Illusion gutes Leben?
- NEXUS NEWS

- Jul 10
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Europa gilt für viele als Inbegriff des guten Lebens: Wohlstand, Sicherheit, medizinische Versorgung, soziale Absicherung und technische Perfektion. Doch je länger ich hier bin, desto häufiger frage ich mich: Ist dieses gute Leben Wirklichkeit – oder längst zu einer Illusion geworden?
Natürlich gibt es Ausnahmen. Wer in eine liebevolle Familie eingebettet ist, einen tragfähigen Freundeskreis besitzt und Menschen an seiner Seite hat, denen er vertrauen kann, kann auch in Europa ein erfülltes Leben führen. Solche Gemeinschaften sind kostbar.
Doch ich sehe immer häufiger etwas anderes.
Ich sehe Familien, die sich entfremden. Lebenspartner, die sich in endlosen Konflikten verlieren. Freundschaften, die an Ideologien, politischen Grabenkämpfen oder digitalen Parallelwelten zerbrechen. Monitore ersetzen Begegnungen. Algorithmen bestimmen Gespräche. Die Menschen verbringen immer mehr Zeit miteinander – und verstehen sich dennoch immer weniger.
Hinzu kommt eine Kultur, in der Spaltung oft stärker wirkt als Verbindung. Unterschiedliche Meinungen führen nicht mehr selbstverständlich zu einem offenen Austausch, sondern häufig zu gegenseitiger Abwertung. Gleichzeitig dominiert ein Materialismus, der ständig neue Bedürfnisse erzeugt, Süchte befeuert und den Menschen immer neue Ziele vorgaukelt – während der innere Frieden immer weiter in die Ferne rückt.
Genau an diesem Punkt setzen viele Figuren meiner Bücher an. Sie erkennen, dass sie nicht länger Teil dieses Spiels sein möchten. Ihre erste Flucht ist keine geografische, sondern eine innere Migration. Sie lösen sich von den Erwartungen ihrer Umwelt, von Statusdenken und gesellschaftlichen Zwängen. Erst später folgt bei manchen auch die äußere Migration.
So war es auch bei mir.
Ich ging zunächst nach Indien – vielleicht einfach, um einen anderen Wahnsinn kennenzulernen. Dort lernte ich neue Perspektiven kennen. Schließlich fand ich in Costa Rica ein neues Zuhause. Ein Land, in dem ich bis heute mehr Gelassenheit, mehr Offenheit und mehr zwischenmenschlichen Frieden erlebt habe als an vielen anderen Orten. Dort wird Gemeinschaft nicht nur gepredigt, sondern oft tatsächlich gelebt.
Mit der Zeit ließ ich auch den Traum vom großen Geld hinter mir. Ich erkannte, dass Freiheit weit mehr mit Zeit, innerer Ruhe und menschlichen Beziehungen zu tun hat als mit Kontoständen.
In Europa hingegen erlebe ich häufig eine immer komplexere Bürokratie, ständig wachsende digitale Anforderungen und ein System, das den Einzelnen mit Regeln, Formularen, Plattformen und Abhängigkeiten überfordert. Das unternehmerische Risiko wächst, weil unzählige Akteure über Erfolg oder Misserfolg mitentscheiden.
Auch der amerikanische Traum erscheint mir heute für die meisten Menschen eher wie ein Versprechen, das sich nie erfüllt. Und ähnlich verhält es sich mit den großen Hoffnungen, die das Internet einst weckte. Nur wenige arbeiten dort wirklich unabhängig. Die meisten produzieren Inhalte für große Plattformen und tragen kostenlos zum Erfolg anderer bei. Wer sich nicht anpasst, nicht den vorherrschenden Themen folgt oder bewusst andere Perspektiven einnimmt, findet oft kaum Aufmerksamkeit.
Für mich ist das keine echte Freiheit. Keine Autonomie. Kein selbstbestimmtes Leben.
Vor einiger Zeit habe ich zu genau diesen Gedanken ein Video aufgenommen, das ich hier mit euch teilen möchte.
Schaut es euch an. Mich interessiert eure Sicht auf diese Fragen. Schreibt eure Gedanken gerne in die Kommentare.
Und macht euch nichts vor.
Wenn ich heute durch viele europäische Städte gehe und in die Gesichter der Menschen schaue, glaube ich oft, dass die Antwort bereits sichtbar ist. Und wenn ich die Gesichter der Menschen in Costa Rica sehe, dann scheint diese Antwort für mich noch deutlicher zu werden.
Vielleicht beginnt das Paradies nicht mit mehr Besitz, mehr Technik oder mehr Wachstum.
Vielleicht beginnt es dort, wo Menschen wieder Frieden miteinander finden – und Frieden mit sich selbst.





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